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KIRCHENRECHT UND EVANGELIUMSGEMÄSSE LEITUNGSPRAXIS

Vorstellung von Bulletin 166, 2018

In dieser Ausgabe des Bulletins möchten wir Reflexionen über die Leitungspraxis anbieten, die im November 2017 auf dem von der UISG veranstalteten Kirchenrechts-Seminar vorgetragen wurden. Obgleich viele an unseren Seminaren teilnehmen, sind es immer noch wenige im Vergleich zu der Zahl der Generaloberinnen, Provinzoberinnen und Ordensgemeinschaften in aller Welt, die das UISG-Bulletin erhalten. Da die Leitungspraxis für alle, die in den Leitungsdienst berufen sind, ein Thema von großem Interesse ist, und aufgrund der Tatsache, dass kirchenrechtliche Themen jedes Mal großen Anklang finden, veröffentlichen wir die Texte so wie sie auf dem Seminar vorgetragen wurden.

Schw. Tiziana Merletti, SFP
Leitungspraxis: die Herausforderung der Veränderung
Ich möchte anhand des neuen Dokuments der Kongregation CIVCSVA: Für jungen Wein neue Schläuche (JWNS) (veröffentlicht im Juni 2017 und Frucht der Vollversammlung vom 27.-30. November 2014) einige wichtige Aspekte der Veränderung hervorheben, der die Institute des geweihte Lebens unterworfen sind. Ich erhebe nicht den Anspruch, sie erschöpfend zu behandeln, möchte sie aber zumindest anreißen, um uns gemeinsam stärker bewusst zu werden, dass wir nicht nur in einer Übergangsphase leben, sondern dass diese viele Ebenen unseres Lebens betrifft. Es ist nicht verwunderlich, dass wir die Mühe des Weges spüren und die Last einer Richtung, von der wir meinen, dass wir sie kurzfristig finden müssen. In Wirklichkeit ist jedoch gerade dies die Falle ist, in die die „naive“ Leitungsverantwortliche tappt. Nicht durch die Arbeit am Detail, durch Mikro-Managing, durch die Lösung der Probleme lösen, denen wir begegnen, erkennen wir den Weg für die Zukunft, sondern vielmehr durch eine systematischere und globale Reflexion, die darauf ausgerichtet ist, ein realistisches und gemeinsames Verständnis unserer Präsenz in der Kirche und in der Welt heranreifen zu lassen.

Schw. Simona Paolini, FMGB
Mitverantwortung und Subsidiarität zwischen den Leitungsebenen und neue Beteiligung gemäß der Synodalität
Im Folgenden bieten wir eine Reflexion über die Leitung eines Instituts geweihten Lebens, auf der einfachen Grundlage, jedenfalls nicht darüber hinaus, der Erklärung des Wortpaars Mitverantwortung und Subsidiarität.
Wir möchten diese Dialektik jedoch innerhalb unseres kirchlichen Kontexts erläutern, der heute von Papst Franziskus‘ Lehramt geprägt ist, im Rahmen der Synodalität, die uns als geweihten Personen anvertraut ist, mit weiteren Auswirkungen gemäß der Mystik der Begegnung.
Das geweihte Leben – als Form des christlichen Lebens, die in unserer Zeit von Mitverantwortung und Subsidiarität geprägt ist – kann im Licht dieser beiden Prinzipien besser verstanden werden. Gleichzeitig kann es auch deren Wert besser offenbaren, damit sie angenommen werden können als ein Merkmal, an das man sich beständig anpassen kann, aber auch als eine Aufgabe, zu deren wahrem Zeugen man immer mehr werden kann.

Schw. Elisabetta Flick, SA
Für jungen Wein neue Schläuche. Haltungen für einen evangeliumsgemäßen Leitungsdienst
Um das kirchenrechtliche Thema über Mitverantwortung und Subsidiarität zu begleiten, habe ich einige Überlegungen angestellt, die an den Leitlinien Für jungen Wein neue Schläuche ausgerichtet sind. Diese wurden von der CIVCSVA vorgelegt, von Papst Franziskus am 3. Januar 2017 approbiert und im Juni 2017 veröffentlicht.
Es ist eine an die Ordensinstitute gerichtete Einladung, in eine Übung evangeliumsgemäßer Unterscheidung einzutreten, um den Aufruf zu erkennen, den Gott an sie richtet, und zu versuchen, mit Mut und Vertrauen darauf zu antworten, indem man den bereits vorhandenen jungen Wein ebenso erkennt wie die Beschaffenheit der alten Schläuche, die die Reifung dieses jungen Weins zu verhindern drohen.
Auch wenn die Evangelien kein Modell für Leitungsstrukturen liefern, so sind sie dennoch sehr deutlich, was die Entscheidungen und Haltungen Jesu bei der Übung der Autorität betrifft.
Wir könnten sie gewissermaßen mit zwei Verben zusammenfassen: »lieben« und »dienen«. Und wir können mit diesen beiden Verben »lieben« und »dienen« auch das zusammenfassen, was die Grundlage unseres persönlichen und gemeinschaftlichen geweihten Lebens bildet. Dies vorausgeschickt, liegt dennoch ein langer Weg vor uns, um zu erkennen, wie wir evangeliumsgemäß lieben und dienen können, in der Nachfolge Jesu und wie er, wenn man in eine Leitungssendung berufen ist. Um zu versuchen, auf diese Frage zu antworten, schlage ich Ihnen vor, in den synoptischen Evangelien einige Episoden aus dem Leben Jesu zu betrachten, um dort die eine oder andere Haltung zu erkennen, die uns heute bei unseren Überlegungen helfen kann.

Schw. Mary Wright, IBVM
Kirchenrechtliche Elemente des Generalkapitels
Das Generalkapitel eines jeden Instituts ist immer ein bedeutsames kirchliches Ereignis im Leben der Kirche. Es ist eine heilige Zeit der Entscheidungsfindung, die das Charisma, die Sendung und die Mitglieder eines Instituts auf vielerlei Weise wirklich bereichern kann. Es ist auch ein offizieller Prozess, der von Gesetzen, Normen und Bräuchen, die die Rechte und Pflichten der Mitglieder und des ganzen Instituts schützen, geregelt wird. Die Konstitutionen enthalten die wichtigeren Vorschriften, auch wenn sie ebenso in den Canones enthalten sind, während das „Eigenrecht“ des Instituts, zu dem auch das Direktorium, ein Kapitel-Handbuch oder die Provinzstatuten gehören können, die Einzelheiten des Prozesses zur Vorbereitung und Durchführung des Kapitels sowie der Wahl der Delegierten und der Generalleitung enthalten.

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