Bulletin

Das UISG Bulletin bietet Generaloberinnen und Mitbeteiligten Über-legungen des Ordenslebens an, die auf der Heiligen Schrift, der Theologie und der Spiritualität gründen. Es will gleichzeitig das Verständnis für das Ordensleben und seine Entwicklung weltweit fördern.

Das Bulletin erscheint dreimal jährlich in sieben Sprachen: deutsch, englisch, französisch, holländisch, italienisch, portugiesisch und spanisch.

Es wird regelmässig allen Generaloberinnen, die von Rechts wegen Mitglieder der Union sind, sowie andern interessierten Personen und Organisationen, die sich als Mitbeteiligte eingetragen haben, zugesandt.

Die Jahresgebühr für die UISG Mitgliedschaft beinhaltet ein Jahresabonnement für das UISG Bulletin in der von der Generaloberin erwünschten Sprache.

Um zusätzliche Kopien für die Generaloberin oder neue Abonnements für die Kongregation weltweit, oder für ein neues Abonnement für andere Personen, die keine Generaloberinnen sind, müssen Sie das Formular ausfüllen und an die Verwaltung schicken: assistente.economato@uisg.org

PREISE (für ein Abonnement)

Europa 50 U$ or 45 Euro
Andere Länder 60 U$ or 50 Euro

Artikel aus dem UISG Bulletin können abgedruckt werden, wenn zuerst die Erlaubnis der Executiv-Sekretärin und der Verantwortliche UISG-Bulletin vorliegt und die Quellen angegeben werden.

Weitere Informationen können jederzeit beim Verantwortliche UISG-Bulletin eingeholt werden:
Antonietta Rauti – Verantwortliche UISG-Bulletin
Piazza di Ponte Sant’Angelo, 28 – 00186 Roma – Italia
bollettino@uisg.org – + 39 06 684002 32

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EINFÜHRUNG

Bulletin 163-2017

Auch in dieser Ausgabe der UISG-Bulletins bieten wir Ihnen einen Beitrag an, der dem Kirchenrecht gewidmet ist, ohne dabei den Blick abzuwenden von
der Wirklichkeit, die uns umgibt und die unser Leben als geweihte Frauen herausfordert.
“Die Ordensleute sollen die Nachfolge Christi, wie sie im Evangelium dargelegt und in den Konstitutionen des eigenen Instituts zum Ausdruck gebracht ist, als oberste Lebensregel haben” (Can. 662). Von diesem Zitat aus dem Codex des Kanonischen Rechts ausgehend gibt Schw. Mary Wright, IBVM uns sehr nützliche praktische Hinweise über die grundlegenden Normen, die in den Konstitutionen eines Instituts enthalten sein müssen, um die Berufung und die Identität des Instituts treu zu wahren. Die Konstitutionen sind nicht einfach nur Normvorschriften, sondern in ihnen ist die charismatische Leidenschaft der Gründer enthalten, auf deren Grundlage ganze Generationen von Ordensleuten einen evangeliumsgemäßen Weg zur Heiligkeit gefunden haben. Es ist sehr interessant zu sehen, dass die geistlichen Elemente der Konstitutionen den rechtlichen Elementen harmonisch angepasst sein müssen.

Schw. Simona Paolini, FMBG präsentiert uns eine tiefe und eingehende Reflexion über das Wesen und die Ausdrucksform des Dienstes der Autorität in der Phase der Umgestaltung und Umstrukturierung der Institute des geweihten Lebens. In einer Zeit wichtiger Veränderungen im Bereich des Ordenslebens muss auch die Autorität neu angepasst werden, wobei sie nicht auf ihre grundlegenden Dimensionen verzichten darf. Heute ist eine willkürliche Autorität ebenso undenkbar wie eine individuelle Autorität. Daher ist es wünschenswert,
dass sie immer mehr die Form einer synodalen Autorität annimmt, die offen ist gegenüber der Mitverantwortung, also in der Lage, mit den gegenwärtigen Instanzen zu sprechen und Antworten zusammen, gemeinschaftlich zu erarbeiten. Es ist an der Zeit für eine Autorität, die die Verantwortung, Prophetie zu sein, neu entdeckt und in neuer Form verkündet, Autorität zu sein, in der gemeinsamen Suche, im Hören, Seite an Seite, mitten unter den Menschen, in der Auseinandersetzung, in gegenseitiger Annahmen, aufmerksam gegenüber dem Gemeinwohl.

Schw. Laura Leming, FMI lässt uns über die Verlegung unseres Dienstes als Ordensfrauen in die Randgebiete nachdenken. Das Markusevangelium spieltsich auf der Straße ab, wo viele Begegnungen stattfinden. Am Ende des Evangeliums lautet das letzte Gebot Christi: „Geht hinaus in die ganze Welt” und zu „allen Geschöpfen” (Mk 16,15). Papst Franziskus hat die Mitglieder der

Kirche, insbesondere die geweihten Personen, eingeladen, einen „erneuerten apostolischen Schwung” zu pflegen, der jene erreichen kann, die „in den unterschiedlichsten existenziellen Peripherien leben”. Diese Appelle fordern unsere Aufmerksamkeit und laden uns ein, an den Rändern der Kirche und der Gesellschaft gegenwärtig zu sein, unsere zentralen, vertrauten und bequemen Positionen zu verlassen und das zu sehen, was die anderen sehen. Aber welche Fähigkeiten müssen wir pflegen, um die Präsenz an den religiösen Peripherien zu entwickeln und in der Lage zu sein, den globalen Herausforderungen mit Offenheit und Vertrauen zu begegnen?
Ein wichtiges Ereignis erwartet die Kirche im Oktober 2018: die Jugendsynode. Es wird ein Augenblick ernsthafter Reflexion sein, in dem die Kirche aufgerufen ist, Gedanken und Strategien vorzuschlagen, um den jungen Menschen die Wahrheit des Evangeliums in einfacher, wirksamer, anziehender Weise zu unterbreiten. Das geweihte Leben ist in diese Herausforderung unmittelbar
eingebunden. Als Hilfe für den Weg zur Synode bieten wir die aufmerksame und ausführliche Reflexion von P. Antonio Pernia, SVD darüber an, wer und was die jungen Menschen heute sind und welche Sichtweise des Ordenslebens ihnen heute etwas sagen könnte. Wie könnte ein Ordensleben aussehen, das für junge Menschen attraktiv ist? Wie es immer gewesen ist: mystisch und prophetisch.
Eine Mystik und eine Prophetie, die zu den Menschen, zur Mission, zu den Armen führen. Die Solidarität mit den Armen offenbart uns das „andere Gesicht” Gottes. Nicht das bekannte Gesicht Gottes, das von der „Sonnenseite” der Geschichte her betrachtet wird, also vom Standpunkt der Sieger und der Mächtigen, sondern das unbekannte Gesicht Gottes, das von der „Schattenseite”
der Geschichte her betrachtet wird, also vom Standpunkt der Opfer und der Ausgegrenzten. Die geweihten Personen haben heute eine unverzichtbare Rolle in der Kirche. Sie tragen zum Übergang der Kirche von der „bewahrenden Pastoral” zur „missionarischen Pastoral” (vgl. EG 15) bei und offenbaren so „die andere Seite” der Kirche: nicht die Kirche als bürokratische Institution, sondern
die Kirche als „Feldlazarett nach der Schlacht, wo die Wunden der Menschheit verbunden, gepflegt und geheilt werden” (Papst Franziskus, Predigt in Santa Marta, 5.2.2015).

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