Bulletin

Gemeinschaften aufbauen in einer interkulturellen Welt

Vorstellung Bulletin 165

Vom 5. bis 11. November 2017 fand in Manila (Philippinen) das Treffen des Delegiertenrates der Internationalen Vereinigung von Generaloberinnen statt, unter dem Thema: Gemeinschaften aufbauen in einer interkulturellen Welt.

In dieser Ausgabe des Bulletins möchten wir als Nachklang der Begegnung in Manila einige Reflexionen anbieten, die uns helfen sollen, die Herausforderung der Interkulturalität als Geschenk anzunehmen – und auch als Gelegenheit, das Evangelium der Barmherzigkeit und der Inklusion in einer immer mehr zersplitterten Welt zu bezeugen. Es gibt jedoch auch die Herausforderung, die Interkulturalität innerhalb unserer Gemeinschaften und Kongregationen zu „lernen“, durch Ausbildung, Kommunikation, Inkulturation des eigenen Charismas, Aufbau interkultureller Gemeinschaften.

Die Präsidentin der UISG, Sr. Carmen Sammut, MSOLA, sagte in ihrer Eröffnungsansprache in Manila: „Gemeinschaften, insbesondere interkulturelle Gemeinschaften, aufzubauen erfordert harte und beständige Arbeit. Wir können es nicht als selbstverständlich hinnehmen, nur weil wir zusammengeführt wurden. Wir brauchen Zeit, um einander kennenzulernen, einander zuzuhören, miteinander zu sprechen und dem anderen zu antworten, um die Unterschiede zum Geschenk und nicht zum Hindernis für unsere Einheit werden zu lassen. All das erfordert ein Herz, einen Verstand und einen Willen, die tief verwurzelt sind im Geheimnis eines barmherzigen Gottes.“

Schw. Nathalie Becquart, Xavier Schwester
Die Synode von 2018 zum Thema „Jugend, Glauben und Entdeckung einer Berufung”:
Ein überzeugender Appell an unsere Ordensgemeinschaften!
Eine der großen Herausforderungen besteht heute darin, die gesamte Kirche in einem gerechten und breiten Ansatz zur Berufung zu „professionalisieren”, die in der Ekklesiologie des II. Vatikanischen Konzils verwurzelt ist. Wir sind daher aufgefordert, dem Leben als Berufung in dieser pluralistischen Kirche zu dienen, indem wir zu einer Synergie und einer Symphonie von Berufungen in einer Dynamik der Gemeinschaft beitragen. Die für die Synode 2018 vorgebrachte Frage der jungen Menschen und ihrer Berufung scheint mir ein starker Appell an unsere Ordensgemeinschaften zu sein, ein Aufruf, „mit der Kirche zu fühlen” und unseren Blick zu erweitern, um ständig „hinauszugehen” und das in Gemeinschaft mit anderen, mit dem ganzen Volk Gottes – Laien, geweihte Personen und Seelsorgern/Priestern. Wir alle, missionarische Jünger im Dienste derselben Sendung der Verkündigung von der Freude des Evangeliums, welche Berufung auch immer wir haben mögen, sind aufgerufen, ständig mehr Wege der partnerschaftlichen Zusammenarbeit in der Wechselwirkung und der gelungenen Gegenseitigkeit zu finden. Indem wir gemeinsam danach streben, alle Berufungen zu fördern, können wir jede einzelne Berufung fördern.

P. Mark Weber SVD
Berufungsorientierung in einer interkulturellen Welt
Offensichtlich leben wir aufgrund von Migration und Globalisierung in einer multikulturellen Welt, und unsere jungen Leute sind davon geprägt; aber können sie Gottes Willen in dieser Welt erkennen? Wie? Sind sie darauf vorbereitet und in der Lage, in dieser Welt zu leben und sich zu engagieren? Wie erkennen wir, ob Kandidaten/Innen interkulturell leben und arbeiten können und wie können wir ihnen helfen, eine interkulturelle Kompetenz zu entwickeln? Lassen Sie uns die Kenntnisse, Einstellungen und Fähigkeiten betrachten, die in allen Bereichen oder als “Säulen” von dem, was wir oft als “integrale Formation” bezeichnen, benötigt werden.

Patrizia Morgante
Kommunizieren: um eine globale Gemeinschaft aufzubauen
In der digitalen Welt gibt es ein Verlangen nach Schönheit und Wahrheit: Wer kann diesem Verlangen besser begegnen und sich davon berühren lassen und darauf antworten als eine Ordensfrau? Vielleicht müssen wir nur lernen, es auf andere Weise zu tun. Das Netz antwortet nicht auf die vertikale und hierarchische Logik, die für die Ordenswelt typisch ist. Wir müssen lernen, einer von vielen zu sein, aber ohne auf unser Wort zu verzichten, das aus dem Evangelium kommt; wir dürfen nicht aufdringlich, moralistisch, urteilend sein. Das Netz schließt uns aus, wenn wir anderen etwas aufzwingen wollen; es folgt uns einfach nicht. Glaubwürdigkeit ist nicht selbstverständlich; wir müssen sie uns verdienen. Wenn wir dazugehören wollen, müssen wir die echte Auseinandersetzung annehmen und Impulse geben.

Schw. Simona Brambilla, MC
Charismatische Inkulturation – Gemeinsam unterwegs
Ein Charisma, das nicht inkulturiert werden kann, ist tot oder stirbt, erleidet einen Herz-Kreislaufstillstand, erstickt wie eine Schildkröte, die daran gehindert wird, den Kopf aus ihrem Haus herauszustecken. Ein Charisma, das nicht den Herausforderungen durch verschiedene Kulturen ausgesetzt ist, das es nicht versteht, die „Sprache anderer Welten zu lernen“, wird krank – wie eine Schildkröte, die gezwungen ist, ihre Natur als umherziehendes Wesen zu unterdrücken. Ja, denn die Natur eines Charismas ist kirchlich und daher sich selbst missionarisch. Es muss sich bewegen, pilgern, anderen Ausdrucksformen des Geistes, der in der Welt weht, begegnen. Aus diesen Begegnungen geht das Charisma regeneriert, gestärkt, gewachsen, vermehrt, fruchtbar, vielfältig hervor und ist immer mehr es selbst: kraftvoll, edel, geläutert und fähig, der Kongregation wieder neues Leben und neue Perspektiven zu schenken.

Schw. Christine Burke, IBVM
Die Realität einer Interkulturellen Gemeinschaft!
Diese Reflexion über eine interkulturelle Gemeinschaft basiert auf meiner wachsenden Überzeugung, dass es in der Zukunft für unseren apostolischen Dienst notwendig ist, interkulturell zu leben. Migration – das Überschreiten von Grenzen – ist das zentrale Thema unserer Zeit. Soziologisch betrachtet werden schätzungsweise 1/113 Menschen durch Gewalt oder klimabedingte Krisen vertrieben. Diese Völkerbewegung wirkt sich auf jede Nation aus – als Herkunftsort, als Auffanglager oder als Zielort. Um seine Wirkung zu verstehen, müssen wir Erfahrung mit der Verlagerung und dem damit verbundenen Reichtum gemacht haben. Theologisch, wie Pater Peter Phan so eloquent argumentiert, ist die Kirche von Natur aus wandernd und muss ein Zeichen der Liebe Gottes in dieser Realität sein. Die Anforderungen einer interkulturellen Gemeinschaft zu erfahren, ist eine Möglichkeit, prophetisch zu sein und ein Mittel, um in dieser Welt der Verlagerungen zu effektiven Botinnen zu werden.

Schw. Simona Brambilla, MC – Charismatische Inkulturation – Gemeinsam unterwegs

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